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Offener Brief an Gesundheitsminister Karl Lauterbach

Das Forum Veranstaltungswirtschaft hat sich zur existenzbedrohenden Lage in der Branche in einem offenen Brief an Gesundheitsminister Karl Lauterbach gewandt.

Der offene Brief im Wortlaut:

lauterbach karlKarl Lauterbach (Foto: Susie Knoll)Sehr geehrter Herr Bundesminister,
wir wenden uns mit der dringenden Bitte an Sie, für die Veranstaltungs- und Messewirtschaft eine Öffnungsperspektive zu schaffen. Gerne würden wir mit Ihnen dazu als von der Krise am härtesten betroffener Wirtschaftszweig möglichst bald in einen direkten Dialog treten.

Wir haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass in der Konferenz des Bundeskanzlers mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vorgesehen ist, dass von Bund und Ländern Öffnungsperspektiven entwickelt werden sollen, beginnend mit Großveranstaltungen im Freien, sobald eine Überlastung von Kritischer Infrastruktur im Allgemeinen und des Gesundheitssystems im Besonderen ausgeschlossen werden kann. Leider hat man in den vergangenen nahezu zwei Jahren unseren Wirtschaftszweig bei entsprechenden Ankündigungen kaum berücksichtigt. Die zahlreichen Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der Länder, mit denen wir in den vergangenen Wochen über Öffnungsperspektiven auch für unsere Branchen gesprochen haben, haben uns immer wieder nahegelegt, dazu vor allem mit dem Bundesminister für Gesundheit ein Gespräch zu führen. Um ein solches Gespräch möchten wir Sie hiermit höflichst bitten.

Unser Wirtschaftszweig hat alle Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie uneingeschränkt stets mitgetragen und umgesetzt. Seit Anbeginn der Krise ist die Veranstaltungs- und Messewirtschaft daher allerdings besonders hart von den Einschränkungen betroffen. Das Forum Veranstaltungswirtschaft, die Allianz der maßgeblichen Wirtschaftsverbände der Veranstaltungsbranche, hat zu einer sukzessiven Rückkehr zur Normalität unserer Branche in der Vergangenheit immer wieder Konzepte vorgelegt. Wir haben praxiserprobte und zielführende Lösungen für eine geregelte Öffnung von Events geliefert. Wir haben Konzepte angepasst, damit Veranstaltungen eingeschränkt und mit nachverfolgbaren Kontakten stattfinden. Gleichzeitig stehen wir aber grundsätzlich vor der Herausforderung, dass diese sich für die Veranstaltungsunternehmen betriebswirtschaftlich rechnen müssen. Wir verstehen uns von Anfang an als bedeutsamer Teil der Lösung, da unsere Arbeit das Vertrauen der Menschen, dass es eine Rückkehr zur Normalität geben wird, stützen kann. Gerne würden wir Ihnen persönlich unsere Vorschläge für einen Restart unserer Branche präsentieren. Denn wir benötigen eine Perspektive, die es uns erlaubt, endlich wieder wirtschaftlich tätig sein zu können.

Bis 2019 erwirtschaftete unsere Branche mehr als 81 Milliarden Euro. Das macht sie zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig in Deutschland. Obwohl alle Eindämmungsmaßnahmen wichtig und nachvollziehbar sind, brauchen wir nun dennoch eine Perspektive, wie es für uns weitergehen kann. Das ist für uns umso dringlicher, da im März dieses Jahres finanzielle Unterstützungsprogramme auslaufen und wir damit umso weniger über irgendeine Planungssicherheit verfügen.

Wir erleben, dass die für unsere Branche so dringend benötigten Fachkräfte zunehmend in sichere Arbeitsverhältnisse wechseln. Auch Mitarbeiter:innen von Unternehmen können sich nicht mehr damit arrangieren, dass sie die erlernte Tätigkeit bereits seit fast zwei Jahren nicht mehr ausüben können. Wenn nicht auch ihnen endlich eine zuverlässige Perspektive gegeben wird, wird sich diese Entwicklung fortsetzen und damit werden auch die diversen beachtlichen Hilfsmaßnahmen des Bundes und der Länder im Endeffekt erfolglos gewesen sein. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sieht sich die Branche allerdings in der Rolle des Zuschauers, der keine Möglichkeit hat, die Spielregeln mitzugestalten.

Unser dringender Appell ist daher nochmals: Bitte treten Sie mit uns zeitnah in einen Dialog, um mögliche Handlungsoptionen für eine geregelte Öffnung unserer Branche zu entwickeln.

Tags: Forum Veranstaltungswirtschaft, Corona, Politik

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